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Medienmitteilungen
Departement der Industriellen Betriebe
27. April 2011
Wasserversorgung produziert auch Strom
Die Wasserversorgung Zürich hat drei Trinkwasserkleinkraftwerke erstellt. Damit nutzt sie die bestehenden Potenziale zur Energie(rück)gewinnung im eigenen Netz. Alle Anlagen werden nach dem Label «naturemade star» zertifiziert und entsprechen somit strengen Umweltkriterien.
Nutzung des freien Gefälles …
Im Seewasserwerk Moos wird das im freien Gefälle aus
dem Sihl- und Lorzetal zufliessende Quellwasser zur
Energieproduktion genutzt, bevor das Wasser in den
Aufbereitungsprozess für Seewasser eingespeist wird. Die
installierte Francis-Turbine soll pro Jahr ungefähr 300 MWh Strom
produzieren.
… und des Umwegs
In den Reservoiren Strickhof und Glaubten wird
Wasser, das von einer höheren Druckzone eingeleitet wird, zur
Energierückgewinnung genutzt. Die installierten rückwärtslaufenden
Pumpturbinen sollen pro Jahr 300 bzw. 100 MWh Strom produzieren.
Die beiden Reservoire gehören zur Glattzone, die die Quartiere
Affoltern, Seebach, Oerlikon und Schwamendingen versorgen. Diese
Druckzone kann nicht direkt von einem der drei Wasserwerke versorgt
werden. So wird das Wasser der höher gelegenen Hangzone in die
Reservoire eingeleitet. Dadurch wurde in der Vergangenheit Druck
vernichtet, der jetzt zur Energierückgewinnung verwendet wird.
Diese Situation besteht seit der grossen Druckumstellung im Netz,
welche die Wasserversorgung zwischen 1975 und 1986 durchgeführt
hat. Eine Studie aus dem Jahr 1986 hat damals für die drei
Kraftwerke, die an denselben Standorten projektiert waren, eine zu
schlechte Rentabilität ergeben.
Beitrag an die 2000-Watt-Gesellschaft
Die Wasserversorgung verkauft den gewonnenen Strom
ans Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) und leistet mit dieser
Form der lokalen Stromproduktion aus erneuerbaren Energien einen
Beitrag auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft. Dieser Strom reicht
für rund 200 Haushalte. Die Investitionen weisen aufgrund der
heutigen Einspeisevergütungen einen «Payback» zwischen acht bis
neun Jahren auf. Die Anlagen für die Stromproduktion beeinflussen
die hervorragende Qualität des Züriwassers nicht. Das gesamte
turbinierte Trinkwasser wird weiterverwendet und gelangt zu den
Konsumentinnen und Konsumenten.
Thema: Umwelt, Versorgung und Entsorgung
Organisationseinheit: Wasserversorgung

