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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Versäumte Neujahrsgrüsse
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Andres Türler, Vorsteher Departement der Industriellen Betriebe
Weihnachten, Neujahr – Zeit der Besinnung, der Rückschau, des Ausblicks, des Dankes, des Austauschs von guten Wünschen und Geschenken. Das gilt nicht nur für das private, sondern auch für das berufliche und politische Leben. Und so konnte ich mich auch dieses Jahr über unzählige Karten und gute Wünsche freuen. Ja, mir scheint, dass es von Jahr zu Jahr mehr werden! Diese Zeichen der Wertschätzung ehren mich ausserordentlich. In meinen bisherigen acht Jahren Amtszeit habe ich alle persönlichen Neujahrswünsche beantwortet. Nicht aus übersteigertem Ehrgeiz oder falschem Pflichtbewusstsein, sondern aus Überzeugung, denn ich bin all jenen Menschen, die mich im Laufe des Jahres in irgendeiner Weise unterstützt haben, ein Wort des Dankes schuldig.
Mein Gewissen wurde aber mit jeder eintreffenden Karte schlechter und schlechter, weil ich trotz guter Vorsätze noch niemandem geschrieben hatte. Nicht etwa aus Not im Sinne einer ersten Sparmassnahme wegen des abgelehnten Budgets, sondern weil mir dazu einfach die Zeit und die nötige Ruhe fehlten. Es wäre auch geradezu unmöglich gewesen, allen zu schreiben, die es verdient haben! Allzu viele sind es, die mit mir am gleichen Strick ziehen, und die Gefahr, dabei jemanden zu vergessen, steigt von Jahr zu Jahr… Lauter faule Ausreden oder Ausdruck unserer hektischen Zeit?
Wie immer Sie mein Schweigen interpretieren: Ich möchte die (letzte) Gelegenheit nutzen und an dieser Stelle für die mir entgegengebrachten Wünsche herzlich danken und allen ein erfreuliches 2011 und gute Gesundheit wünschen. Einem althergebrachten Grundsatz zufolge darf man dies bis zum 6. Januar – ohne schlechtes Gewissen – tun. So habe ich die Kurve wohl gerade noch erwischt und kann das neue Jahr einigermassen unbelastet in Angriff nehmen…
Andres Türler
Vorsteher Departement der Industriellen Betriebe

