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Medienmitteilungen
8. Dezember 2011
Zürich setzt langfristig auf Geothermie.
ewz setzt die Anstrengungen zur Nutzung der Geothermie für die Wärme- und Stromgewinnung fort. Die Geo-Energie Suisse AG, der das ewz als Gründungsmitglied angehört, soll das geothermische Potenzial in der Schweiz mit gebündelten Kräften erforschen und das Know-how weiterentwickeln. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, innert 15 bis 20 Jahren die Stromproduktion aus tiefer Erdwärme zu ermöglichen.
Erkundungsbohrung erfolgreich.
Im November 2008 haben die Stimmberechtigten der
Stadt Zürich die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft in der
Gemeindeordnung verankert. Auf dem Weg zu einer klima- und
umweltverträglichen Stromversorgung investiert ewz verstärkt in
erneuerbare Energien wie Wind, Sonne, Biomasse und Geothermie.
Verglichen mit Energie aus Sonne und Windkraft ist die Technologie
zur Nutzung der Erdwärme noch nicht so weit fortgeschritten. Daher
führte das ewz im Triemli-Quartier eine Tiefengeothermie-Bohrung
durch, um den Untergrund zu erkunden und das Geothermiepotenzial
auf dem Gebiet der Stadt Zürich zu ermitteln. Die Erkundungsbohrung
konnte erfolgreich auf 2708 Meter abgeteuft werden und wurde
umfassend ausgewertet. Der Gemeinderat verlangte 2010 mit einer
Motion die Vorlage eines Projektierungskredits für die Vorbereitung
von weiteren Erkundungsbohrungen zur zukünftigen Nutzung der
Geothermie (GR Nr. 2009/300).
Zu wenig Wasser und zu wenig Hitze.
Die Erkundungsbohrung im Triemli-Quartier hat zum einen
gezeigt, dass solche Bohrungen auch in dicht besiedelten Gebieten
machbar sind. Zum andern hat sie auch wichtige geologische
Erkenntnisse für die künftige Nutzung der Erdwärme geliefert. Der
Untergrund der Stadt Zürich war bis 2009 nur lückenhaft aus
indirekten Erkundungsmethoden wie z. B. Seismik bekannt. Die
Auswertung der Bohrung im Triemli zeigt nun, dass die einzelnen
Schichten dünner sind als erwartet und teils gar nicht vorhanden.
Zudem stiess das Bohrungsteam bereits in einer Tiefe von 2406
Metern, also 300 Meter höher als erwartet, auf kristallines
Grundgebirge. Eine Nutzung des Sediments für die Wärmegewinnung in
grösserem Umfang setzt wasserführende Schichten in diesen Tiefen
voraus. Solche konnten bei der Bohrung nicht nachgewiesen werden.
Eine Stromproduktion ist erst ab einer Wassertemperatur von über
120 Grad Celsius sinnvoll; die an der Oberkante des Kristallins
gemessene Temperatur von 97 Grad Celsius liegt jedoch unter diesem
Mindestwert. Für die Stromproduktion wäre eine Bohrtiefe von
mindestens 3000 Meter in das feste Kristallin notwendig. In diesem
so genannten petrothermalen System liegt die Zukunft der
Geothermie. Es befindet sich welt-weit aber noch im
Pilotstadium.
Fortsetzung mit vereinten Kräften.
Die Erfahrungen aus der Triemli-Bohrung zeigen,
dass noch etliche Erkundungsbohrungen und vertiefte Forschung
notwendig sind, bis die Geothermie in der Schweiz und in der Stadt
Zürich als Stromquelle genutzt werden kann. Dies übersteigt die
Ressourcen des ewz bzw. einzelner Energieversorger. Daher erachtet
es der Stadtrat als notwendig, die Anstrengungen schweizweit zu
koordinieren und die Kosten und Risiken mit Partnern zu teilen. Aus
diesem Grund hat das ewz zusammen mit sechs weiteren
Energieversorgern im November 2010 die Geo-Energie Suisse AG
gegründet. Als Nächstes wird der Stadtrat über einen Kredit für die
Beteiligung befinden. Mit der Geo-Energie Suisse AG soll das
geothermische Potenzial in der Schweiz erforscht und das Know-how
weiterentwickelt werden, so dass in 15 bis 20 Jahren Strom aus
tiefer Erdwärme produziert werden kann. Konkrete Standorte für
weitere Erkundungsbohrungen in der Schweiz sind noch nicht
definiert, und folglich sind auch mögliche Beteiligungsformen
seitens ewz noch unklar. Daher beantragt der Stadtrat dem
Gemeinderat, die Frist für die Beantwortung der Motion um zwei
Jahre zu verlängern.

